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Start der Didacta: So geht lernen mit Spaß

Auf den ersten Blick sieht das Klassenzimmer im Fürstenberg-Gymnasium in Donaueschingen nicht viel anders aus als die Zimmer vor 30 Jahren. Nur die Tafel ist keine schwarze Kreidetafel mehr. Sie ist weiß und beschichtet,  und über ihr hängt ein Beamer. Schulleiter Mario Mosbacher schließt das Schränkchen neben dem Lehrer-Pult auf und stellt ein Gerät auf den Tisch, das einer gebogenen Schreibtischlampe ähnelt. „Das ist Elmo“, stellt er vor. Elmo ist eine Dokumenten-Kamera, mit der zum Beispiel in Hefte geschriebene Hausaufgaben auf die weiße Tafel projiziert werden können. Die Kamera ersetzt den Overhead-Projektor.

Die Tafel ist ein interaktives Whiteboard. Lehrer können mit einem elektronischen Stift oder dem bloßen Finger auf ihr die Hausaufgaben korrigieren. Ebenso können Stellen aus einem Buch an die Wand projiziert, vergrößert, handschriftlich ergänzt, festgehalten und an die Smartphones der Schüler geschickt werden.

Das Fürstenberg-Gymnasium ist eine von wenigen Schulen im Land, die komplett digitalisiert ist. „Wir haben in allen  50 Klassenzimmern die Whiteboards und die Dokumenten-Kameras“, sagt Schulleiter Mario Mosbacher. Das Gymnasium wurde gerade erst für zehn Millionen Euro saniert. „300.000 Euro wurden für die Medientechnik ausgegeben.“

Frage nach dem Mehrwert

Damit nimmt seine Schule im Land eine Vorreiter-Rolle ein. Längst nicht alle Schulen im Land sind auf diesem Stand. Nicht wenige haben noch nicht einmal einen Internet-Anschluss und sind damit auf die herkömmlichen Lehrmittel angewiesen. Das soll sich so schnell wie möglich ändern. Das Land stellt in diesem Jahr knapp sechs Millionen Euro für den Aufbau einer digitalen Bildungsplattform zur Verfügung (mehr dazu im Info-Kasten).

Das schon digitalisierte Fürstenberg-Gymnasium nutzt auch noch die üblichen Lehrmittel. „Wir erweitern Kreide und Buch um eine technische Komponente, haben damit ein Werkzeug mehr für den Unterricht.“ So  sieht es Mosbacher. Für ihn zählt nicht, dass digitale Lehrmittel „in“ sind. Wichtig ist für ihn, was sie an Mehrwert für Schüler und Lehrer bringen. „Das muss erst noch herausgefunden werden.“

Unterricht im Cyber-Classroom

Klar ist bislang nur, dass Schülern das Lernen mit Elmo viel mehr Spaß macht. „Wir können zu einem Thema schnell mal einen Film aus dem Internet an der Tafel anschauen“, sagt Johannes Werb (16) aus der 11. Klasse. Er ist einer der Computer- und Technik-Spezialisten der Schule.

Wissenschaftlich erwiesen ist, dass Lehrstoff, der lebendig und wirklichkeitsnah präsentiert wird, besser in den Köpfen der Schüler hängen bleibt. Um das zu steigern, arbeitet eine Gruppe aus fünf bis acht Schülern der zwölften Klasse am nächsten Schritt: dem Cyber-Classroom. Das ist Lernen in 3-D. Nicolas Kleiser (17), Pablo Lummerzheim (17) und Aurel Moser (18) sind drei Computer-Experten. Ihre Aufgabe ist, die Software, die die Firma Imsimity aus St. Georgen im Schwarzwald produziert  hat, auf Praktikabilität zu prüfen. „Schließlich müssen die Schüler damit arbeiten“, sagt Mosbacher. Er hat kein Problem damit, die Schüler in die Entwicklung des Cyber-Classrooms mit einzubinden. „Die sind in der Technik oft fitter als so mancher Lehrer.“

Reise in das Innere des Ohrs

Der Cyber-Classroom bietet den Schülern Einblicke in Bereiche, die so ohne weiteres nicht zu sehen sind. Zum Beispiel in das Innere des Ohres. Mit 3-D-Brillen und dem Programm können sich die Schüler anschauen, woraus das Ohr besteht und wie das Hören funktioniert. Für die Programme haben die Lehrer der Firma die Lehr-Inhalte geliefert. Imsimity hat die Software erstellt, und die Schüler testen sie aus. Der Cyber-Classroom ist in der Schule noch nicht Standard, erst im Werden. „Doch das ist die Zukunft“, sagt Mosbacher.

Ein weiteres Beispiel dafür, wohin die Reise geht, ist in der Staatlichen Feintechnikschule in Villingen-Schwenningen zu besichtigen. Dort, in Schwenningen, steht die Lernfabrik 4.0. Das ist eine Modell- und Übungsanlage, die unter anderem aus einem Metall-Rohling Schlüsselanhänger fertigt. „Da stecken zwei Jahre Entwicklungszeit drin“, sagt Schulleiter Thomas Ettwein. Schüler lernen daran ganz praktisch den Aufbau, die Funktion und wie die Maschine das tut, was sie tun soll. Dafür ist auch das Innenleben wichtig. Damit die Schüler die Anlage nicht ständig auseinandernehmen und wieder zusammenbauen müssen,  soll es sie bald virtuell geben. „Das ist im Aufbau“, sagt Ettwein.  Dabei arbeitet die Schule ebenfalls mit Imsimity zusammen. Das Ziel ist, die Maschine mit allen Komponenten, Vernetzungen und internen Kommunikationen virtuell abzubilden.

Auch in Universitäten hält die Digitalisierung Einzug. An der Medizinischen Fakultät der Universität Ulm sind E-Learning-Tools im Einsatz. Sie  sollen die Medizinstudenten in ihrem Studium unterstützen. Zum Beispiel damit, dass sie mit einer „Virtual-Reality-Brille“ in ein 3-D-Herz eintauchen, dessen Aufbau und Funktion kennenlernen können, Und sie lernen,  an ihm zu operieren. Alles virtuell.

Veröffentlicht am 14.02.2017 von Petra Walheim

Link zum Artikel der Reutlinger Nachrichten: http://www.swp.de/reutlingen/nachrichten/suedwestumschau/start-der-didacta_-so-geht-lernen-mit-spass-14440784.html

 

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