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Tafel, Kreide und Schwamm sind in Gößweinstein Auslaufmodelle

Mittelschule ist die erste komplett digitalisierte Bildungseinrichtun g im Landkreis Forchheim — Jedes Klassenzimmer verfügt über einen Rechner.

GÖSSWEINSTEIN - Tafel und Kreide oder der Durchlichtprojektor sind zwar an der Grund- und Mittelschule Gößweinstein noch in Gebrauch, aber deren Tage scheinen langsam gezählt.
Mit der neuen digitalen Ausstattung hat der Schulverband Gößweinstein/Obertrubach die Schule in eine modernes (Unterrichts-) Zeitalter geführt. Die neuen Medien sind Teil umfangreicher Investitionen der vergangenen Monate. Damit versprechen sich Schulleitung und Schulverband „eine gefestigte strategische und zukunftsfähige Ausrichtung der Schule“.
„Wir wollten eine lückenlose digitale Ausstattung und haben deshalb gleich tief in die Tasche gegriffen“, sagt Gößweinsteins Bürgermeister und Schulverbandsvorsitzender Hanngörg Zimmermann. Sprich: Alleine 61 500 Euro wurden für die Digitalisierung der Schule und des Unterrichts investiert.
Schulhefte an der Wand.
Jedes Klassenzimmer verfügt nicht nur über einige Rechner, sondern über eine Dokumentenkamera und Beamer. So können Lehrer direkt Unterlagen oder auch Schulhefte an die Wand werfen – ohne umständliches Aufbauen von Durchlichtprojektoren, die beschriftete Folien benötigen. Auch die obligatorische Tafel kann die Dokumentenkamera ersetzen.
„Lehrer haben somit die Wahl, welche Mittel sie einsetzen wollen“, sagt EDV-Lehrer Tobias Skala. Zur neuen Ausstattung gehören auch eine Dockingstation mit Anschluss an das Internet und ein Laptop für jeden Lehrer
Die Schüler sind zumindest beeindruckt. „Man hat einfach mehr Freiheiten“, sagen die Schüler Nina Götz und Michael Horn aus der neunten Klasse. „Wir können ins Internet, können Filme ansehen und mit Programmen arbeiten. Schon alleine, dass man beispielsweise keinen Duden mehr mitschleppen muss, weil es aus dem Internet in Sachen Rechtschreibung die schnelle Information gibt, empfinden beide als Erleichterung. Und mehr Zeit sparen sowohl Schüler als auch Lehrer mit der modernen Technik.
„Wir genießen das“, sagt mit Stolz Schulleiterin. Immerhin genieße man damit eine Vorreiterstellung im Landkreis Forchheim. Die Ausstattung allein reiche nicht aus, betonte sie. Man sei dabei, mit geeigneten Fortbildungsmaßnahmen das Kollegium so zu schulen, dass die Geräte fachgerecht ihren Einsatz im Unterricht finden. Gewartet werden die jetzt knapp über 100 Computer von Skala, der dafür auch Freizeit opfert.
Bei einem Informationsgespräch vor allem für Landrat Hermann Ulm, Landtagsabgeordneten Michel Hofmann und Schulrätin Stefanie Mayr-Leidnecker bekam Skala noch eine zusätzlich Aufgabe: Das Aufmöbeln der Homepage der Schule.
Das neue EDV-Konzept hat auch zwei Computerräume vorgesehen – jeweils einen für Grund- und Mittelschule. Dafür wurden passende Sitzmöbel vorgesehen. Betreut wird das Konzept auch vom Medienzentrum Forchheim.
Investiert hat der Schulverband unter anderem 14 000 Euro in die Renovierung des Hartplatzes, 15 500 Euro für die Modernisierung der Verwaltungsräume und weitere 20 500 Euro für neue Sachausstattungen. Insgesamt sind es knapp 112 000 Euro, die die Gemeinde Obertrubach und der Markt Gößweinstein in den vergangenen eineinhalb Jahren in die Schule gesteckt haben.
Der Schulverband sei sich bewusst, dass es nicht reicht zu wissen, dass die Mittelschule vor Ort ein wichtiger Standortfaktor sei: „Ein attraktives, moderne und schulpädagogisch anspruchsvolles Gesamtpaket zu bilden“, bedürfe es mehr denn je, so Zimmermann und Markus Grüner, Bürgermeister von Obertrubach.
Zu neuen pädagogischen Angeboten an der Mittelschule Gößweinstein gehört auch das Pilotprojekt JeKi (Jedem Kind ein Instrument). Als erste Schule im Landkreis Forchheim können Schüler ihr Instrument auch an der Mittelschule weiterspielen, dass sie an der Grundschule gelernt haben. Lehrerin Ivonne Singer war an der Konzeptentwicklung maßgeblich beteiligt.
Drei Musikgruppen gebildet
Drei Gruppen habe man bilden können, erklärt Singer - eine Gitarren- eine Holzbläser- und eine Chor- und Orff-Gruppe. Da dafür aber auch externe Lehrkräfte gebraucht werden, die Geld kosten, sei das Projekt nur durch Sponsorengelder zu verwirklichen. Das erste Jahr sei finanziell abgedeckt, das Nachfolgejahr aber noch nicht.
Zu Beginn dieses Schuljahres konnte die Mittagsbetreuung in eine offene Ganztagesschule umgewandelt werden, nachdem der Freistaat dafür auch die finanzielle Basis geschaffen hat. Die Leiterin der Ganztagesschule, Gabi Keßler-Wotznik von der Arbeiter-Wohlfahrt Forchheim, die das Personal dafür stellt, fing mit 18 Schülern an und hat jetzt am Nachmittag mit ihren Kolleginnen 71 Schüler zu betreuen.
Für den Schulverband ist aber noch lange nicht das Ende der Fahnenstange in Sicht. Im kommenden Jahr soll die energetische Sanierung der Mittelschule erfolgen. Auf rund 5,75 Millionen Euro beziffert Zimmermann die Kosten, geht aber von einer Förderung von 90 Prozent aus. Unterstützung erhofft man sich auch in Sachen Schulturnhalle, die in die Jahre gekommen und stark sanierungsbedürftig sei.
Eine Sanierung sei aber „nicht wirtschaftlich darstellbar“, was vermutlich auf einen Neubau hinausläuft. Diese Investition sei aber derzeit weder von Gößweinstein noch von Obertrubach finanziell nicht zu realisieren.

Veröffentlicht am 26.10.2016 von Klaus Trenz

Link zum Artikel auf nordbayern.de: http://www.nordbayern.de/region/pegnitz/tafel-kreide-und-schwamm-sind-in-gossweinstein-auslaufmodelle-1.5580072

 

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