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Tablet und Tintenfinger

Aichach - Die Geschwister-Scholl-Mittelschule in Aichach (kai) ist ein Vorreiter, was Informatik, Medienbildung und technische Ausstattung angeht. Seit Oktober 2013 ist sie "Referenzschule für Medienbildung", sie besitzt als erste in Schwaben und eine von sehr wenigen Schulen in Bayern ein "mobil vernetztes Klassenzimmer" (Notebooks samt Zubehör, kurz MVK). Schon Fünftklässler lernen das Zehn-Finger-Schreiben. In der Schule gibt es drei Computerräume, das ganze Haus ist vernetzt. In jedem Klassenzimmer stehen zwei bis vier PCs mit Internetzugang für die Schüler sowie ein Lehrer-PC mit Dokumentenkamera und Beamer. Seit Jahren schon arbeiten die Lehrkräfte an der praxisorientierten Mittelschule mit der Lernplattform Mebis, seit 25 Jahren ist die Vermittlung von Medienkompetenz ein Ziel der Bildungseinrichtung. Nicht an allen Schulen im Wittelsbacher Land hat die Digitalisierung so Einzug gehalten wie hier, aber verschließen kann sich der damit verbundenen Veränderung keine einzige. Die Digitalisierung ist sowohl Gegenstand von Bildung als auch Werkzeug im Bildungsprozess, die digitalen Medien sind Inhalt des Unterrichts und gleichzeitig Methode.

Christoph Schmidt arbeitet als Lehrer an der Geschwister-Scholl-Mittelschule und ist zugleich medieninformationstechnischer Berater (MIB) am Schulamt Aichach. Als solcher unterstützt er Lehrkräfte in den Bereichen Medientechnik, -bildung, -didaktik und -erziehung. Ein besonderes Anliegen ist es ihm, auch auf die Gefahren hinzuweisen, die die Nutzung von Smartphones und sozialen Netzwerken birgt. "Cybermobbing ist ein verbreitetes Problem", weiß er und so hält er Vorträge zur Prävention und zum richtigen Umgang mit Medien. Denn: Fast jeder Viertklässler kommuniziert via Whats-app, einem mobilen, kostenlosen Nachrichten-Dienst, der wie ein SMS-Service funktioniert. Schmidt sieht die Nutzung von digitalen Medien im Unterricht als eine gewinnbringende Bereicherung. Schon jetzt gebe es "Tablet-Klassen", in denen jeder Schüler seinen Mini-Computer zückt statt des Schreibblocks; aber ob das die Unterrichtsform der Zukunft ist, das zieht Schmidt in Zweifel. Für ihn sind digitale Möglichkeiten - wie Lernplattformen, Internet, Whiteboards, Lern-Apps -, wenn sie "richtig eingesetzt werden, ein Gewinn und eine Bereicherung". Auf klassische Unterrichtsmethoden und -medien will er nicht verzichten. Weil es eben manchmal einfacher sei, etwas ganz schlicht an die Tafel zu schreiben oder ein Arbeitsblatt zu verteilen. Und: Weil die Schule, wenn eben nicht alles digital ist, ein Gegenpol sein kann und soll. Schmidt möchte nicht die "Head-down-Generation", in der jeder für sich auf seinen Bildschirm starrt und sein Gegenüber quasi gar nicht mehr wahrnimmt. "Es ist wichtig, dass die Schüler echte Erfahrungen machen, nicht nur virtuelle", betont er. Denn: "Lernen ist auch begreifen - im wörtlichen Sinne." Seine Prognose zur Schule der Zukunft: "Die normale Tafel ist nicht out. Klassisches und Digitales schließt sich nicht aus. Wichtig ist vor allem ein sinnvoller Umgang mit der Vernetzung und den Möglichkeiten. Denn jeder technische Fortschritt birgt auch Gefahren. Die Schulen haben, was die Medienkompetenz angeht, eine echte Verantwortung."

Veröffentlicht am 15.07.2016 von Ines Speck

Link zum Artikel in der Aichacher Zeitung: http://www.aichacher-zeitung.de/vorort/aichach/art18,125312

 

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